Reisen wie Bond

Die Filme des legendären britischen Geheimagenten James Bond kennt jedes Kind. Seit inzwischen fast 50 Jahren begeistert der Leinwandheld die Menschen in den Kinos. Ebenso berühmt wie der unschlagbare Charme von 007 sind die Schauplätze, in denen die Episoden spielen. Exotische Orte gehören zu James Bond wie schnelle Autos. So wirkt ein Streifen teilweise fast wie ein Reiseführer in bewegten Bildern. Die verschiedenen Orte, die 007 bislang besucht hat, lassen sich daher optimal für einen Urlaub nutzen. Wer dem smarten Agenten auf seinen Reisen folgen möchte, sollte einige seiner Destinationen auf keinen Fall auslassen.

Schon mit dem ersten Film “James Bond jagt Dr. No” startet die Serie spektakulärer Drehorte. Trotz eines aus heutiger Sicht winzigen Budgets von gut einer Million Dollar ging es für 007 bis nach London und dann wieder zurück auf die Insel Jamaika. Die Insel “Crab Key” bleibt allerdings ein fiktiver Aufenthaltsort seines Widersachers Dr. No. Nicht fiktiv hingegen ist der Strand “Laughing Waters”, aus dem die Schönheit Honey Rider im Bikini aus dem Wasser steigt und fortan eine entscheidende Rolle in dem Film einnimmt. Nur etwa eine halbe Autostunde entfernt wohnte der Erfinder von 007, Ian Fleming. Aus seiner Feder stammen die Romanvorlagen für die Filme. Ganz in der Nähe des jamaikanischen Strandes bei der Stadt Ocho Rios befindet sich das Golden Eye.

Doch Jamaika war erst der Anfang für die Reisen, die zunächst Sean Connery im Auftrag ihrer Majestät durchführen durfte und musste. Schon zwei Jahre nach dem Debut schickte er den Fans in den Kinosälen “Liebesgrüße aus Moskau”. Vor allem die Szenen in der türkischen Metropole Istanbul dürften die Sehnsüchte der Zuschauer nach einem Urlaub auf den Spuren des Agenten beflügeln. Die traumhafte Architektur der Moschee Hagia Sophia gehört zu den wichtigsten Plätzen dieses Bond-Klassikers, der zu den besten der gesamten Reihe gezählt wird. Die Agentin Romanova findet unter der größten Kuppel der Welt ihren Tod. Mit diesem Film gingen die Geschäftsreisen des Agenten erst richtig los. Von der Türkei aus machte er sich im Orient-Express auf den Weg über das ehemalige Jugoslawien, machte Stationen in Belgrad und Zagreb, um am Ende die Gondeln von Venedig zu seinen Transportmitteln zu machen.

Doch auch Indien scheint es Bond angetan zu haben. Gerüchten zur Folge soll der 23. Bond, der nächstes Jahr pünktlich zum 50. Geburtstag der ersten Verfilmung in die Kinos kommen soll, den Helden wieder auf den Subkontinent bringen. Daniel Craig würde ein Land kennenlernen, in dem Roger Moore schon längst war. Stehen dieses Mal die quirlige Wirtschaftsmetropole Bombay und der kleine Bundesstaat Goa im Mittelpunkt des Geschehens, war es dem früheren Bond vergönnt, seinen Fall in Udaipur zu lösen. Die Verfolgungsjagd rund um den nahe gelegenen Monsunpalast ist ein weiterer traumhafter Schauplatz von 007.

Das Arecibo Observatorium hingegen war als größtes Radar- und Radioteleskop weltweit schon immer für die Wissenschaft von Interesse. Eine breitere Masse allerdings fühlt sich erst seit der Verfilmung von “Golden Eye” davon angezogen.

So weit wie Khao Phingan hat es allerdings kein Schauplatz gebracht. Die kleine Insel in der Nähe des thailändischen Phuket war schon in “Der Mann mit dem goldenen Colt” zu sehen, als sich noch keinerlei Touristen in die Gegend verirrten. Inzwischen lassen sich in den Bars auf Khao Phingan problemlos Vodka Martini bestellen, selbstverständlich geschüttelt, nicht gerührt. Das Eiland mit der spektakulären Naturkulisse wird inzwischen landläufig als “James Bond Island” bezeichnet. Betont kurz hielt sich Roger Moore in St. Moritz auf. “In tödlicher Mission” raste er auf Skiern durch den Eiskanal der örtlichen Bobbahn. Das dürfte ihm so schnell niemand nachmachen, der Beliebtheit des Skiortes tut dies allerdings keinen Abbruch.

Machbar hingegen sind die Taucheinlagen von Bond. Vor der Küste der Bahamas etwa liegt noch heute das Wrack, in dem sich Sean Connery in “Sag niemals nie” mit einem Tigerhai auseinandersetzen musste. Das nahe gelegene Wrack eines Kampfjets ist inzwischen von Korallen überwuchert und dadurch für Taucher nur noch interessanter.

Manchmal müssen Reisende sich dann allerdings doch noch zusätzlich informieren, bevor sie an die originalen Schauplätze pilgern möchten. Das “Casino Royale” etwa gibt es zwar tatsächlich in all seiner Pracht, das Gebäude ist aber ein Hotel namens Pupp, das zu allem Überfluss nicht in Montenegro zu finden ist, sondern in der tschechischen Stadt Loket.